Dünger

Eisen-Dünger

Citrus und Eisenmangel ist ein beliebtes Thema. Immer wieder ließt und hört man davon, daß besonders Citruspflanzen Eisendünger benötigen. Das ist absoluter Blödsinn und meiner Meinung nach stark übertrieben. Viele Volldünger enthalten neben den Hauptnährstoffe (N-Stickstoff, P-Phosphor, und K- Kalium) eine Vielzahl an Spurenelementen, wovon Eisen, Zink, Mangan, Magnesium, Molybdän, Bor und Kupfer die für Citrus am wichtigsten Spurenelemente darstellen. Schwefel gehört zwar auch dazu, doch Schwefelmangel ist so selten, daß ich davon absehe es obig aufzuzählen.

Somit ist mit einem guten Volldünger und seinen Spurennährstoffen eine gute und auch dauerhafte Nachführung der Spurennährstoffe gewährleistet, die Pflanze sollte daher keinen Mangel leiden dürfen. Auch sind die enthaltenen Mengen an Eisen und anderen Spurennährstoffen zumeist wesentlich stärker, als die Pflanzen minimal benõtigen. Man kann also von einer leichten Überversorung reden, was nicht schlimm ist, aber ein Mangel wird bei guter Versorgung bestimmt nicht auftreten. Somit ist ein guter Volldünger alles was die Citruspflanze benötigt. Gerade im Winter zeigen viele Citruspflanzen eine typische Winterchlorose, die eine Kombination aus Eisen, Zink und Magnesiummangel ähnlich ist. Diese Chlorose muß nur dann korrigiert werden, wenn diese sich mit steigenden Temperaturen nicht von selbst behebt. Zudem enthalten ja viele Zitrus- oder Voll-Dünger die obigen Spurennährstoffe, vor allem gute Universaldüngerübertreffen darin die Citrus Dünger am Markt zu einem großen Teil, abgesehen von den erhältlichen Spezialprodukten bei echten Citrus Gärtnereien so daß ein Mangel nicht zu erwarten wäre.

Eine Winterchlorose oder sonstige Mangelerscheinungen prinzipiell mit einem Eisendünger beheben zu wollen kann und wird nicht dauerhaft funktionieren, zum Teil sogar bestimmte Symptome verschlimmern. Auch eine echte Mangelchlorose, wie z.B. Eisenchlorose mit einem Spezialdünger zu beheben, funktioniert nicht, oder nur schlecht. Im kommerziellen Anbau, müssen, aufgrund der oft wenig Nährstoffreichen Böden sehr oft spezielle Spurennährstofflösungen zum Einsatz kommen, doch werden i.d.R. zuvor Ermittlungen gemacht, welche Spurennährstoffe hier zum Einsatz kommen müssen. Eisenmangen insbesondere tritt nur auf stark Kalkreichen Böden mit Veredelungsunterlagen auf, die nur wenig an solche Böden angepaßt sind. Auf Sizilien, wo Kalkmergelböden vorherrschen, werden hauptsächlich kalktolerante Unterlagen eingesetzt, so daß hier oft eine Eisenmangel nicht zu bemerken ist oder zu befürchten wäre, weil die Unterlage durch bestimmte Biologische Faktoren die Möglichkeit hat, Eisen aus dem Boden dennoch aufzunehmen. So ist Citrus aurantium in den Kalkböden von Florida und Texas eine der Veredelungsunterlagen, die zu allerletzt Eisenmangel anzeigt, nur als Beispiel, ist Poncirus trifoliata die Unterlage, die neben Swingle Citrumelo hier am schnellsten reagiert.

Eisenmangel kann im Kübel in den wenigsten Fällen mit einem Eisendünger behoben werden und wenn, dann nur kurzfristig. Eine Darreichung des Düngers über das Gie&szzlig;wasser ist wenig sinnvoll, wird auch hier Eisen festgelegt und ist nicht so gut verfügbar, daher wird auch im kommerziellen Anbau Eisen nur in Form von Blattdüngung, sprich als Spray auf die Blätter, ausgebracht. Eisendünger zur Vorbeugung ist ebenfalls weniger sinnvoll, weil solange kein Mangel besteht, ist eine Überversorgung mit bestimmten hochreaktiven Nährstoffen ebenso gefährlich und es ist generell davon abzusehen, den letztendlich kann dies zu einer Bodenversalzung, und damit zu Salzschäden führen. Bei allen Mangelsymptomen, die bei Bodentemperaturen von über 18°C bestehen bleiben, sollte also ein Substratwechsel erfolgen, sprich es sollte umgetopft werden, damit frisches Substrat frische Nährstoffe liefert, da ein Spurenelemntdünger, insbesonder Eisendünger oft nur kurzfristig Abhilfe schaffen kann, wärend das Umtopfen eine längerfristige und besser pflanzenverträgliche Abhilfe verspricht. Citrus ist kein Eisenfresser, auch wenn uns das die Medien immer wieder erzäheln wollen und Eisenmangel ist meiner persönlichen Erfahrung nach sehr selten bei unseren, doch wohl ernährten Pflanzen in nährstoffreichen Böden. Ein Eisendünger ist also unnütz und sein Geld nicht wert. Frei ausgepflanzte Citrusfruchtgehölze können allerdings vielleicht solche Gaben benötigen, doch dies entzieht sich meiner Erfahrung, aber in Kübel ist eine Eisendünger absolut nicht nötig. Ein guter Volldünger und ein regelmäßiges Umtopfen bringt weitaus mehr und längerfristig weniger Probleme, als die Anwendung der spezialpräparate für teueres Geld. Zudem kann ein guter Volldünger die Umtopfintervalle deutlich hinauszögern, so daß wenn ein Umtopfen nötig ist, auch Spezialpräparate versagen müssen. Ein Eisendünger ist also unzweckmäßig... meiner Erfahrung nach.

Zum Schluss bleibt nur anzumerken, daß viele generell dazu tendieren, gelbe Blätter als Eisenmangel anzusehen. Dies ist leider ebenso unprofessionell wie inkorrekt. Gelbe Blätter werden durch eine Vielzahl an Faktoren ausgelöst. Gerade wenn der Verdacht auf Nährstoffmangel gegeben ist, sollte hier anhand der Mangelchlorose bestimmt werden welche Nährstoffe nicht oder nur mangelhaft verfügbar sind und dies muß mit entsprechenden Maßnahmen korrigiert werden. Denn es nutzt keinen Deut, wenn man einen Magnesiummangel versucht, mit Eisendünger zu beheben. Wer das versucht, muß sich doch allein eingestehen, das wenn Magnesium fehlt, eine Zuführen von Eisen keinen Erfolg verrsprechen kann. Daher bleibt festzuhalten: Eisendünger ist in vielen Fällen einfach nur schnell verdientes Geld für den Händler.

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