Pflege

Wirkstoffe im Pflanzenschutz

Ich habe dieses Thema aufgenommen, weil sich die Pflanzenschutzmittel und deren Wirkstoffe rasch und fortwährend ändern. Das führt zu einem steten Wechsel von Wirkstoffen und Handel- bzw. Produktbezeichnungen und oft hat man Mühe das korrekte und wirksamste Produkt zu finden oder wieder zu entdecken. Darum habe ich es hier aufgenommen und gebe damiteine kleine Übersicht, um zu helfen, das richtige Produkt oder den korrekten Wirkstoff zu finden, wenn den unbedingt einePflanzenschutzmaßnahme nötig sein sollte. Ich möchte allerdings zu bedenken geben, daß bei korrekter Kultur, guter Pflege und wenig Streß eine Citrus-Pfanze sehr selten mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werdne muß, ausser es handelt sich um Monokulturen oder große Sammlungen.So sollte bei wenigen Pflanzen der Vorzug eher sanfter Mittel gegeben werden, anstatt mit einem hochwirksamen Breitband-Pestizid zu agieren.Das schon die Pflanze, die Umwelt und bewahrt uns vor resitenten Erregern, die im Kulturanbau doch schon häufiger zu finden sind, als bei uns; zum Glück.


Fungizide oder Anti-Pilzmittel


Mit Saprol Neu von Celaflor und seinem Wirkstoff Triforine ist ein hochwirksames Breitband-Fungizid vom Markt gegangen. Es war hochwirksam gegen die gelben Bodenpilze in den Rindenkultursubstraten und Anzuchterden, wie auch gegen Schorf und alle Arten von Mehltau.Auch gegen Blattflecken war das Mittel sehr wirksam und war daher hoch beliebt, gerade um neu gekaufte Pflanzen in die Lösung zu tauchen, um so ein Pilzfreies Kultursubstrat im Topf zu erhalten. Auch gegen Auflauferkrankungen wie Phytium oder Fusarium hatte sich das Mittel bewährt und wurde vorbeugend an Stecklingeneingesetzt um sicheres Angehen zu gewähren.

Der Nachfolger Saprol F von Celaflor kann nicht mit seinem Vorgänger mithalten, er beseitigt die Bodenpilze erst nach mehrmaligen Tauchbädern,zudem riecht die Lösung kräftig nach imprägnierten Hölzern. Gegen uflauferkrankungen ist das mittel nicht besonders wirksam, wie auch bei sonstigen Effekten das Mittel nicht so rasche Erfolge erzielen kann, wie einst Saprol Neu. Saprol F enthält Fenarimol.

Von Bayer gibt es auch noch Baycor als Fungizid, welches Wirkung gegen Schorf, Moniliaria, Blattflecken und falschen Mehltau hat. Als Beize wirkt es sehr gut gegen viele Arten von Pilzen und kann so Sämlinge wie auch Stecklinge vor bestimmten Auflaufkrankheiten schützen. Es enthält Bitertanol als Wirkstoff.

Antracol stammt ebenfalls von Bayer Chemie und enthält als wirkstoff Propineb. Es wirkt gegen bestimmt Blattfleckenkrankheiten und Gemüsefäulnisserreger, wird aber im Citrusanbau als Mittel gegen Milben verwendet.

Von der Firma Aventis und auch Dr. Stähler-Chemie gibt es dann Aliette mit dem Wirkstoff Fosetyl-Al was gegen Phytophthora Infektionen helfen soll. Das Mittel wird in Gießwasser aufgelöst und hilft bei Wurzelfäule und Stammgrundfäule sehr gut. Es hat zudem eine pflanzenaktivierende Wirkung, was auch auf Citruspflanzen zutrifft.

Mit Dithane Ultra hat die Firma Spies&Urania ein ebenfalls wirksames Breitband Fungizid auf dem Markt. Es enthält den Wirkstoff Mancozeb welcher bei Citrus gegen einige Pilze eingesetzt wird, hauptsächlich jedoch Schimmel und Lagerfäule.

Pestizide oder Mittel gegen tierische Schädlinge.

Tierische Schädlinge möchte ich hier auf die Gruppe der Insekten und Spinnentiere, insbesondere Milben, begrenzen.

Lizetan Neu mit seinem neuen Wirkstoff Imidachloprid ist ein systemisches Breitband-Insektizid. Systemisch hießt, daß der Wirkstoff ins Pflanzengewebe eindringt, und dort verteilt und gelagert wird. Imidachloprid wirkt gegen Weiße Fliege, Blattläuse und wirkt Befallsmindernd auf Wolläuse.

Rogor oder Roxion enthalten Dimethoat und sein Derivat Omethoat (war in älteren Versionen von Lizetan enthalten) ist ein älteres aber nicht minder wirksames Pestizid.Es hat systemische Wirkung in bekämpft alle Arten von Schädlingen, wie Blattläuse, weiße Fliege, Schild- und Wollläuse, aber auch Spinnmilben. Bei Spinnmilben erfolgt aller Erfahrung nach eine sichere Befallsminderung,weshalb eine oder zwei Folgebehandlungen durchgeführt werden müssen, um einen sicheren eradikativen Effekt zu erzielen.

Anmerkung: Dimethoat führt bei Citrus aurantium in hohen Dosen und Nichteinhaltung der korrekten Behandlungsabstände zu Blattfall führen, insbesondere in kühler Winterung, wo hohe, lokale Wirkstoffeinlagerungen erfolgen, weil der Wirkstofftransport innerhalb der Pflanze durch die reduzierte Aktivität diesen Effekt begünstigt.

Neem-Baumöle mit dem direkten Wirkstoff Neem-Azal ist zur Zeit von Celaflor als Schädlingsfrei NEEM zu erhalten. Der Wirkstoff greift bei den Schädlingen in den Stoffwechselprozess ein, was einen Fraßstopp und so später den Befall reduziert. Der leicht ölige Film hat keinen nachteiligen Effekt auf die Citrus Blätter, wie andere ölpräparate.

Ist eine schnelle Beseitigung erwünscht, sollte Neem zusammen mit einem gewöhnlichen, am Besten systemischen Wirkstoff in schwacher Dosis kombiniert werden, um eine schnellst mögliche und nachhaltige Beseitigung zu erwirken.

Es wirkt nach eigenen Erfahrungen recht rasch befallmindernd auf Schildläuse und Spinnmilben, hat allerdings keinen sofortigen und sichtbaren eradikativen Effekt, sondern muß mehrfach angewendet werden.Inzwischen gibt es jedoch Nachrichten, das Neem-Präparate systemische Wirkung haben und sehr gut gegen Spinnmilben wirken.

Zu Erwähnen sei noch, daß bestimmte Pilzmittel auch gegen Schädlinge wirken, wie Euparen und Antracol von Bayer oder schwefelhaltige Fungizide verschiedener Hersteller gegen Milbenpopulationen.

Mit einer Schmierseifenlösung läßt sich eine Vielzahl von Schädlingen bekämpfen, wobei die Mischung aus Schmierseife, etwas Essig und Zitronensaft mit Wasser besteht. Dieses Hausmittel ist extrem gut Pflanzenverträglich, wie Nützlingsschonend, und sollte daher den Anfang aller Maßnahmen bilden. Als Neudosan AF ist diese Lösung fertig gemischt von der firma Neudorff im Handel zu erhalten.

Als Rezept zum Selbermischen sei vielleicht folgendes angeführt:
15-30 g Schmierseife (Kali-Seife, oft als grüne Seife in Drogerien erhältlich!) in einem Liter heissem Wasser auflösen, unverdünnt gegen Blattläuse, oder mit einem Zusatz von 10-30 ml Spiritus pro Liter Schmierseifenlösung gegen Schildläuse, Woll- und Schmierläuse
Schmierseifenlösung nach Schmid und Henggeler (1989) für kommerzielle Bedürfnisse:

1.) 40 g Schmierseife mit einem Achtel Liter Petrol (Petroleum oder entsprechendes, gleichwertiges Mineral- oder Naturöl) gut vermischen, die Lösung sollte eine milchige Farbe haben. 25 Liter kaltes Wasser zugeben, gut mischen und vor Frucht- und Blütenbildung gegen Blattläse und Spinnmilben unverdünnt spritzen.

2.) 100 vis 300 g Schmierseife, 500 ml Liter Spiritus, ein Esslöffel staubfeiner Kalk, ein Esslöffel Salz und 10 Liter Wasser gut vermischen, bei starkem Befall unverdünnt auch die Pflanze spitzen, wirkt gegen , Spinnmilben, Schild-, Woll- und Schmierläuse. Auch Thrips und Weiße Fliegen sollen erfasst werden.

Mit Fliegenstrips von Baygon oder Baymat der Firma Bayer kann eine Befallsprevention in Innenräumen gemacht werden. Der Wirkstoff Dichlovos ist dabei in eine wachsartige Kunststoffplatte eingeschlossen und wird so nach und nach an die Raumluft abgegeben. Es soll gegen Milbenbefall, Blattläuse und Schildläuse wirksam sein, dürfte aber eine größere Population nicht beseitigen können, so daß bei einem großen Befall wohl mit herkömmlichen Mitteln nachgeholfen werden muß. Ein Erstbefall soll aber, nach Erfahrungen, damit zu vermeiden sein dürfen.

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