Pflege

Blütenbildung bei Citruspflanzen

Auch eine Frage, die gern gestellt wird: Wie bekomme ich meine Citrus Pflanze zum Blühen?

Nun, bei Sämlingen oder Keimlingen ist es recht schwer, wie gesondert nachzulesen. Bei Veredelungen hingegen gibt es deutliche Faktoren, die eine Blütenbildung beeinflußen. Der erste Punkt ist Trockenstress. In Sizilien werden seit Jahrzehnten die Zitronenplantagen im Sommer trocken gelegt, bis die Pflanzen über einige Tage hinweg deutliche Welkesymptome zeigen. Dann wird wieder bewässert und gedüngt und eine Sommerblüte beschert einen Sommerfruchtansatz, der oft vor der Ernte keine kühlen Temperaturen mehr erhält: Diese Früchte bleiben grün oder grünlich, und werden daher so genannt wie der Prozess: Verdelli Im Topf ist es etwas schwieriger, weil hier die Pflanze rascher und Trockenstress leidet und auch rascher bei Dauer zu Trockenschäden neigt. Es ist etwas Fingerspitzengefühl nötig, die Bewässerung so kanpp über einige Tage zu halten, daß die Pflanze wirklich mal zwei drei Tage deutliche Welkeerscheinungen zeigt. Das Blatt muß hängen und knitterig sein, darf sich aber nie pergamentartig trocken anfühlen, nur als Hinweis. so muß unter Umständen mit minimaler Befeuchtung der oberflächlichen Saugwurzeln etwas Wasser zugeführt werden, aber nicht so viel, daß die Welke sich komplett auflöst. Eine Schattierung an Sonnentagen ist zu empfehlen, um Trockenschäden zu verhindern. Dieser Trockenstress bewirkt nun, daß die Knospen von vegetativ auf generativ, sprich Blütentriebe umgestellt werden. Es sollte nun Bewässert werden, und wenn der Zeitpunkt es zuläßt, auch mit einem Schuß Dünger. Die Pflanze sollte sich recht rasch regenerieren, und mit einer Blütenbildung ist zum Zeitpunkt eines Neutriebes durchaus zu rechnen.

Ein weiterer Faktor ist Kälte.

Laut Dr. Gene L. Albrigo vom Citrus Research and Education Center LakeAlfred/Florida in den USA sollten Temperaturen in Luft und Boden von unter 20°C für eine Blütenbildung ausreichen. Ich kann diesen Befund von meiner Kübelkultur her nur bestätigen und erreiche einen herrlichen Blütenflor im Winter durch kurzfristiges Kaltstellen der Pflanzen. Im freien Anbau sorgen die Winterlichen Temperaturen von des Nachts sehr oft unter 15°C für einen reichen Blütenflor im Frühjahr (so etwa Maärz bis Mitte/Ende April). Allerdings sorgen die Tagestemperaturen von über 18°C für eine Milderung des Kältestresses. In Kübelkultur kann das kurzfristige, vielleichtetwa 3-7 Tagenlange Kaltstellen der Pfanzen etwas bewirken. Die Pflanzen sollten an einem sehr kühlen Platz bei Temperaturen von unter 15°C auzfgestellt werden. Der Wurzelballen darf nichtzu feucht sein, sondern sollte Aufgrund der sigifikant verringerten Wurzelaktivität trockner sein, um Wurzelschäden vorzubeugen. Die Pflanze sollte keinen Frost abbekommen, noch darf sich Reifbildung oder Tau im Laub abzeichnen. Die Pflanze wird dann an einen Wurzelwarmen Platzgestellt und die Temperatur sollte nun Tag und Nacht bei etwa 20°C im Wurzelballen liegen. Auch hier sollte bei Gelegenheit gegossen und gedüngt werden, um einen Neuaustrieb und damit die Blütenbildung zu forcieren. Die Kälte führt ebenfalls zu einem Umschlagen der Knospen von vegetativ nach generativ, so daß mit dem Neuaustrieb mit verstärkter Ausbildung von Blütenknospen zu rechnen sein sollte.


Zum Schluss noch eine Bemerkung: Beide Methoden habe ich ausprobiert und klappen bei blühfaulen Pflanzen ganz hervorragend. Allerdings ist bei nicht adulten Pflanzen, also bei Pflanzen, die noch nicht geblüht haben, wie Sämlinge, oder Sämlingsveredelungen (Sämling auf Unterlage) nicht immer ein Erfolg beschert.

Generell gilt aer : Je extremer der Stress, umso kräftiger der Blütenflor. Allerdings kann extremerStress die Pflanze auch so schwer schwächen, daß die Pflanze sich sozusagen 'todblüht'. Eine Rettung gibt es dann kaum noch.

Eine Forcierung zur Blütenbildung verlangt ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl, so daß anfangs vielleicht mit Mißerfolgen zu rechnen ist. diese sollten aber nicht schlecht gewertet werden, dann beim nächsten mal ist man bereit, der Pflanze etwas mehr zuzumuten. Es ist ein vorsichtiges Herantasten an die richtigen Faktoren, die den nötigen und für die Pflanze tolerierbaren Stresslevel zur Blütenbildung darstellen.

Also: Nicht die Geduld verlieren.

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