Pflege

Fruchtfall

Fruchtfall ist sehr oft bei Citrus zu beklagen, auch im kommerziellen Anbau führt der Fruchtfall zu unerwünschten Ertragsverlusten. Insbesondere Navel-Apfelsinen, vor allem ältere Selektion wie Washington und Thompson, sind sehr empfindlich. Hier hält man zumeist mit Behandlungen von 2,4-D (2,4 Dichlorphenoxyacetylsäure) in einer Konzentration von 20-30 ppm vor dem kritischen Moment (Zeitpunkt des Auftretens des Fruchtfalls) dagegen. Bei Navel-Apfelsinen sind es kleine Sprünge in der Fruchtschale, ausglöst durch das Wachstum der Tochterfrucht im innerne der eigentlichen Frucht, die den Baum zuzu bewegen, die Früchte kurz vor Erreichen der Marktfähigkeit abzuwerfen. Aber es gibt noch andere Ursachen für Fruchtabwurf.

Ganz wichtig ist zunächst der normale Fruchtabwurf, der in drei Phasen nach der Blüte erfolgt, wo sich der Baum aller Früchte entledigt, die er nicht tragen kann. Somit behält die Pflanze wirklich nur die Früchte, die getragen und ernährt werden können. Neben Infektionen mit Pilzen, Viren, Bakterien oder einem Schädlingsbefall sind viele Ursachen für Fruchtfall physiologischen Ursprungs. Zum einen sind kühle Temperaturen im Wurzelbereich dafür verantwortlich. Diese lösen Stress aus, die Pflanze produziert vermehrt Stresshormone, darunter auch Abscissionsäure, was zu Fruchtfall führt. Vor allem wenn die Temperaturen im Wurzelballen zu schnell absinken und sich nur langsamer wieder erwärmen, obwohl die Luft sich schneller erwärmt, und das in mehrfacher Folge hintereinander.

Diese Sache führt zu einer verminderten Wurzelaktivität, und damit zu einem Versorgungsengpass, so daß sich der Baum erneut Früchten entledigt, die nicht genügend mit Wasser und anderen Nährstoffen versorgt werden können. Auch zu kühle Temperaturen im Kronenbereich führen zu Stress, und Frost gehört zu den schlimmsten Dingen. Die Früchte werden aufgrund plötzlichen Frostes zumeist an der Nahrstelle zwischen Frucht und Zweig geschädigt, wenn nicht bereits die Frucht im Inneren durch Eisbildung beschädigt wurde, auch hier erfolgt Fruchtfall.

Im kommerziellen Anbau sind daher Fröste gefürchtet, weil diese zu Ertragsverlusten führen. Wie bereits erwähnt, führt eine Wurzelstörung zu Mangelversorgung des Kronenbereiches und damit ebenfalls zu Fruchtfall, so daß Wurzelschäden durch Staunässe oder Trockenheit, Schädlinge oder Pilzinfektionen, ja sogar Wurzeldisfunktionen aufgrund schlechter Erde ebenfalls rasch zu Fruchtbildungproblemen und Fruchtfall führen können. Gewebeschäden durch Sonnenbrand an Früchten, ausgelöst durch unsachgemäße Insektizidanwendung (vor allem ölsprays) oder mangelnde Anpassung an Sonnenlicht nach der Überwinterung führen zu Fruchtfall, weil der Baum sich der geschädigten Früchte entledigt. Plötzliche änderungen der Wasserversorgung, also plötzlich sehr hohe Wassermengen bei gutewr Wurzelaktivität können zu einer sprunghaften Steigerung des Gewebedrucks der Pflanzen führen, nicht genügend ausgereifte Früchte platzen daher auf. Diese Aufreissen der Früchte, Splitting genannt kann ebenfalls dazu führen, daß geschädigte Früchte abgeworfen werden.

Auch fehlerhafte Konzentrationen und Applikationen von Pflanzenschutzmitteln anderer Art als ölsprays können bei Überkonzentration oder Unverträglichkeit zu Fruchtfall führen. Auch fallen Früchte, wenn das Sonnenlicht nicht ausreichend ist. Hier werden zuwenig Assimilate gebildet, und damit stockt auch hier das Wachstum. Früchte sind Wasser und Nährstoffspeicher, so wie also ein Problem in Nährstoffaufnahme oder -synthese oder der allgemeinen Wasserversorgung auftritt, kann Fruchtfall die Folge sein. Insbesondere im Frühjahr kurz nach der Blüte und dem Fruchtansatz kann physiologisacher Stress in Form kühler Temperaturen und zu wenig Sonnenlicht zu einem vermehrten Fruchtfall führen. Behebt man diesen Stress, indem die Pflanze geschützter aufgestellt wird und vielleicht noch wärmer steht, kann der Fruchtfall in diesem Stadium schon stark reduziert werden. Für einen guten Ertrag sollte daher die Kultur möglichst so optimiert werden, daß die Pflanze genügend Nährstoffe aufnehmen und bilden kann, damit der Überschuß zu Fruchtwachstum und Einlagerung in dne Früchten herangezogen werden kann. Zudem vermindert eine optimierte Kultur den physiologischen Stress, der als Hauptursache für den Fruchtfall verantwortlich ist. Verminderung dieses Stresses bedeutet, daß die Pflanze am günstigen Standort, in geeigneter Erde, mit genügend und nicht zuviel Wasser und Dünger versorgt wird, und auch genügend Licht und Wärme bekommt.

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